
Fake-Sales im Affiliate Marketing: So erkennst und behandelst du Betrugsbestellungen
Betrugsversuche im E-Commerce sind ärgerlich – aber kein Grund zur Panik. Dieser Guide zeigt dir, wie du Fake-Bestellungen im Affiliate Marketing identifizierst, richtig behandelst und dich effektiv schützt.
Was sind Fake-Sales im Affiliate Marketing?
Fake-Sales sind Bestellungen in deinem Online-Shop, die nie zu einer tatsächlichen Zahlung führen werden. Der Besteller hat von Anfang an keine Kaufabsicht – stattdessen versucht er, sich durch verschiedene Betrugsmaschen zu bereichern.
Wichtig zu verstehen: Eine Fake-Bestellung ist zunächst eine technisch korrekte Bestellung in deinem System. Der entscheidende Unterschied liegt in der fehlenden Zahlungsabsicht des Bestellers.
Typische Merkmale einer Fake-Bestellung
Die Zahlungsmethode ist fast immer Vorkasse/Überweisung – denn hier besteht keine sofortige Zahlungsverpflichtung. Der Betrüger hofft, dass die Ware verschickt wird, bevor der Zahlungseingang geprüft wird.
Wie erkennst du Fake-Bestellungen?
Achte auf diese Warnsignale in eingehenden Bestellungen:
Adressdaten
- Nicht existierende Adressen (prüfbar via Google Maps oder Kartendienste)
- Unvollständige oder offensichtlich falsche Adressangaben
- Kombinationen, die keinen Sinn ergeben (z.B. Straßenname passt nicht zur Postleitzahl)
Warenkorbverhalten
- Ungewöhnlich hoher Bestellwert – deutlich über dem typischen Warenkorbwert deines Shops
- Beispiel: Durchschnittlicher Sale 99 €, plötzlich 599 € oder mehr
- Große Mengen eines Produkts ohne erkennbaren Grund
Personendaten
- Ungewöhnliche Namen (z.B. offensichtlich generiert oder nicht zur Region passend)
- Verdächtige E-Mail-Adressen mit:
- Exotischen Länder-Endungen (.to, .ws, .tk, etc.)
- Zufälligen Zeichenkombinationen
- Kostenlos-Anbietern mit schlechtem Ruf
Kombination mehrerer Faktoren
Einzelne Auffälligkeiten sind noch kein Beweis – aber wenn mehrere dieser Signale zusammenkommen, solltest du hellhörig werden.
Richtige Reaktion auf Fake-Bestellungen
Sofortmaßnahmen
1. Bestellung stornieren Storniere die verdächtige Bestellung umgehend in deinem Shop-System. Bei den meisten E-Commerce-Plattformen (Shopify, WooCommerce, Shopware) wird die Stornierung automatisch an Selecdoo übermittelt.
2. Keine Ware versenden Die wichtigste Regel: Versende niemals Ware vor Zahlungseingang bei Vorkasse-Bestellungen. Warte die tatsächliche Gutschrift auf deinem Konto ab.
3. Partner-Meldung bei Selecdoo Wenn die Fake-Bestellung über einen Affiliate-Partner zustande kam, melde den Vorfall an Selecdoo. Das Netzwerk prüft den Fall und ergreift entsprechende Maßnahmen.
Technische Behandlung je nach Shop-Integration
Shop-System-Integration (Shopify, WooCommerce, Shopware):
- Stornierung im Shop wird automatisch an Selecdoo übermittelt
- Keine weitere manuelle Aktion in Selecdoo notwendig
- Keine Provisionszahlung erfolgt
Pixel-Integration oder Custom-Lösung:
- Bestellung muss manuell im Selecdoo-Dashboard gesucht werden
- Proaktive Stornierung in Selecdoo erforderlich
- Dokumentation des Vorgangs empfohlen
Wie behandelt Selecdoo Fake-Bestellungen?
Selecdoo nimmt Betrugsversuche ernst und verfolgt ein mehrstufiges Vorgehen:
Prüfprozess
- Tiefgreifende Analyse der gemeldeten Bestellung
- Überprüfung des betroffenen Partners
- Prüfung auf Muster und Wiederholungstäter
Konsequenzen für Partner
Bei Erstfall oder leichten Verstößen:
- Verwarnung des Partners
- Aufnahme auf interne Watchlist
- Engmaschige Überwachung zukünftiger Aktivitäten
Bei schweren oder wiederholten Verstößen:
- Komplette Sperrung des Partners im Netzwerk
- Ggf. rechtliche Schritte in Härtefällen
- Schutz anderer Shops vor diesem Partner
Präventive Maßnahmen
Selecdoo führt regelmäßige automatisierte Kontrollen durch, um die Partner-Qualität zu sichern und verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen.
Warum werden Fake-Bestellungen aufgegeben?
Betrüger verfolgen verschiedene Ziele – alle basieren auf unrechtmäßiger Bereicherung:
Direkte finanzielle Bereicherung
- Gratis-Ware erschleichen für Eigennutzung oder Weiterverkauf (z.B. auf eBay)
- Cashback-Betrug durch Ausnutzung von Cashback-Programmen
- Provisions-Betrug durch Generierung von Affiliate-Provisionen ohne echte Verkäufe
Schädigung von Wettbewerbern
- Konkurrenz-Sabotage: Andere Affiliates durch Fake-Sales diskreditieren
- Shop-Schädigung: Gezielter Versuch, deinem Shop zu schaden (z.B. durch Rückbuchungen)
Fake-Bestellungen gibt es überall – nicht nur im Affiliate Marketing
Wichtig zu wissen: Betrugsversuche sind kein spezifisches Affiliate-Problem. Sie kommen in allen E-Commerce-Kanälen vor:
- Direkt-Traffic auf deiner Website
- Bezahlte Werbung (Google Ads, Meta Ads)
- Social Media Verkäufe
- Marktplätze (Amazon, eBay)
Die Motivation ist immer die gleiche: Betrüger versuchen, gratis an Ware zu kommen oder sich anderweitig zu bereichern.
Effektiver Schutz vor Fake-Bestellungen
Die wichtigste Schutzmaßnahme
Grundregel: Niemals Ware vor Zahlungseingang versenden
Diese einfache Regel bietet den wirksamsten Schutz gegen Fake-Bestellungen bei Vorkasse. Warte immer die tatsächliche Gutschrift auf deinem Konto ab, bevor du die Bestellung bearbeitest und versendest.
Technische Schutzmaßnahmen
Zahlungsarten intelligent einsetzen:
- Bei verdächtigen Bestellungen nur sichere Zahlungsarten akzeptieren
- PayPal, Kreditkarte oder Sofortüberweisung bevorzugen
- Vorkasse bei Risiko-Konstellationen ausschließen
Bestellprüfung automatisieren:
- Fraud-Detection-Tools nutzen (z.B. Signifyd, Riskified)
- Warenkorbwert-Limits für Neukunden einrichten
- Adressvalidierung implementieren
Manuelle Prüfung bei Auffälligkeiten:
- Verdächtige Bestellungen manuell prüfen
- Bei Unsicherheit Kundenkontakt aufnehmen
- Lieber eine Bestellung mehr prüfen als zu wenig
Selecdoos Schutzmechanismen
Das Affiliate-Netzwerk bietet zusätzlichen Schutz durch:
- Automatisierte Partner-Qualitätskontrollen
- Algorithmen zur Betrugserkennung
- Schnelle Reaktion auf gemeldete Fälle
- Konsequenzen für betrügerische Partner
Aber: Selecdoo kann nur den Partner-Bereich schützen. Die finale Versandentscheidung liegt bei dir – daher ist die Grundregel "kein Versand vor Zahlungseingang" so wichtig.
Fazit: Fake-Sales sind ärgerlich, aber beherrschbar
Fake-Bestellungen im Affiliate Marketing sind kein Grund zur Panik. Mit den richtigen Erkennungsmerkmalen, konsequenter Stornierung und der goldenen Regel "kein Versand vor Zahlungseingang" kannst du dich effektiv schützen.
Wichtigste Takeaways:
- Achte auf Warnsignale bei Bestellungen
- Storniere verdächtige Orders sofort
- Versende niemals Ware vor Zahlungseingang bei Vorkasse
- Melde betrügerische Partner an Selecdoo
- Nutze technische Schutzmaßnahmen
Betrugsversuche sind kein spezifisches Affiliate-Problem, sondern kommen in allen E-Commerce-Kanälen vor. Mit Aufmerksamkeit und den richtigen Prozessen hältst du das Risiko minimal.