
Compliance-Update: Warum die neuen Finfluencer-Regeln ein Gewinn für seriöse Advertiser sind
Die Zügel werden straffer: BaFin und ESMA regulieren das Finfluencer-Marketing neu. Was Advertiser jetzt über Haftung, schriftliche Verträge und Brand Safety wissen müssen. Wir haben den aktuellen Bericht des Versicherungsboten für Anbieter analysiert.
Social Media ist längst der wichtigste Marktplatz für die Finanzprodukte von morgen. Wenn über 60 Prozent der Generationen Y und Z ihre Finanzinformationen von Influencern beziehen, führt für Advertiser kein Weg mehr an TikTok, Instagram und Co. vorbei. Doch wo bisher Goldgräberstimmung herrschte, ziehen die Aufsichtsbehörden nun klare Grenzen.
Denn die neuen Leitlinien der BaFin und der europäischen Aufsichtsbehörde ESMA sind kein Hindernis, sondern eine längst überfällige Chance für mehr Markensicherheit und fairen Wettbewerb.
Brand Safety: Das Ende des „Wilden Westens“
Lange Zeit war das Influencer-Marketing im Finanzbereich eine Blackbox. Wer haftet für falsche Versprechen in einer Instagram-Story? Wie transparent muss eine Empfehlung sein? Die BaFin hat nun klargestellt: Der finanzielle Verbraucherschutz endet nicht am Displayrand.
Für Sie als Advertiser bedeutet das: Die Auswahl Ihrer Partner wird kritischer, aber auch sicherer. Die Aufsichtsbehörden fordern eine klare Kennzeichnung von Interessenkonflikten. Das schützt nicht nur den Endkunden, sondern auch Ihre Marke vor Reputationsschäden durch unseriöse "Schnell-reich-werden"-Versprechen, die in der Vergangenheit oft auf das beworbene Produkt zurückfielen.
Schriftform ist Pflicht: Mehr Sicherheit in der Zusammenarbeit
Ein zentraler Punkt der neuen Regulierung betrifft die vertragliche Gestaltung. Die Zeiten von losen Absprachen per Direct Message sind vorbei. Unternehmen sind künftig angehalten, Vereinbarungen mit Finfluencern schriftlich zu fixieren.
Dies schafft Verbindlichkeit auf beiden Seiten. In diesen Verträgen sollte klar geregelt sein, welche Inhalte kommuniziert werden dürfen und wie die Kennzeichnungspflicht (Werbung/Anzeige) umzusetzen ist. Für Ihre Compliance-Abteilung bedeutet dies zwar zunächst einen Mehraufwand, langfristig aber eine rechtssichere Basis für skalierbare Kampagnen.
Level Playing Field: Fairness für alle Marktteilnehmer
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) begrüßt den Vorstoß der BaFin ausdrücklich. Warum? Weil er ein „Equal Level Playing Field“ schafft. Das bedeutet gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle.
In der Vergangenheit hatten Anbieter, die es mit der Wahrheit nicht so genau nahmen und auf reißerische Influencer setzten, oft einen ungerechtfertigten Vorteil gegenüber seriösen Beratern und transparenten Advertisern. Die neuen Regeln sorgen dafür, dass Qualität und Transparenz wieder Währung im Wettbewerb werden. Wer saubere Produkte anbietet und auf ehrliche Aufklärung setzt, profitiert von der Bereinigung des Marktes.
Fazit: Professionalisierung als Wettbewerbsvorteil
Die Botschaft der BaFin ist deutlich: Finanzanlagen sind kein Lifestyle-Produkt wie Sneaker oder Energy-Drinks. Die Verantwortung wiegt schwerer. Nutzen Sie diese Entwicklung, um Ihre Affiliate- und Influencer-Strategie auf ein neues Level zu heben.
Prüfen Sie Ihre Kooperationsverträge, setzen Sie auf geschulte Partner und nutzen Sie spezialisierte Netzwerke, die Compliance ernst nehmen. Transparenz ist das neue "Viral" – und der Schlüssel zu nachhaltigem Kundenvertrauen.
Hinweis: hat uns mit seinem Artikel zur Aufarbeitung für Advertiser inspiriert.